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Trotz vieler Befürchtungen hat die niederdeutsche Sprache das zwanzigste Jahrhundert überlebt. Obwohl sie ihre Bedeutung als Alltagssprache auch im Münsterland in erheblichem Maße verloren hat, verstehen noch erfreulich viele Menschen die ursprüngliche Muttersprache. Gleichwohl sind aber nur noch weit weniger Menschen in der Lage, sie zu sprechen. Einen kurzen Einblick in "Die sprachsoziologische Situation im Münsterland" gibt Jens Vorbrink. Literatur bzw. schriftliche Wiedergaben in Plattdeutscher
Sprache gibt es inzwischen unzählig. Doch genau so vielfältig
ist die Schreibweise, da sie als Lautsprache wiedergegeben wird. Bedauerlicher
Weise ist es aber bis heute noch nicht gelungen, sich auf eine einheitliche
Schreibweise zu verständigen. Die Schreibweise der Lautsprache richtet
sich vor allem nach der Herkunft des Autors. Dabei mag es nicht verwundern,
wenn gleiche Begriffe selbst innerhalb eines Satzes unterschiedlich geschrieben
werden. Auch ist es nicht ungewöhnlich, wenn verschiedene Autoren
aus dem gleichen Ort die Lautsprache in abweichende Schriftsprachen umsetzen.
Für manche Leser ergibt sich hierdurch unweigerlich eine gewisse Verwirrung,
und vielleicht verliert er sogar die Freude an der doch so wertvollen heimatsprachlichen
Literatur.
Aus der großen Liebe zu der wunderbaren Ausdruckskraft des Plattdeutschen, aus der Freude an dieser Sprache und auch aus der Sorge um ihren Fortbestand entstand nach jahrelangen Arbeiten das "Wörterbuch des Münsterländer Platt". Erstmals werden in diesem Wörterbuch klare,
einfache Regeln zur Schreibweise der plattdeutschen Sprache festgelegt
und konsequent angewandt (vgl. Schreibweise
des Plattdeutschen sowie Betonung und
Aussprache). Dieses Buch bietet dem Leser auf ca. 490 Seiten
eine Quelle von ca. 20.000 Begriffen und Redewendungen (vgl. Beispielseiten
Hochdeutsch-Plattdeutsch und Plattdeutsch-Hochdeutsch).
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